Chronik
Chronik
„125 Jahre TV Kleinwallstadt“
Eine wechselvolle Geschichte von 1901 – 2026
Die Welt um 1900 war noch eine ganz andere als heute: Deutschland war ein Kaiserreich mit Kaiser Wilhelm II. Graf Zeppelin war erstmals mit einem Luftschiff unterwegs. Die Welt erlebte eine Welle von technischen Innovationen.
1901 - Das Gründungsjahr
Man schrieb den 02. Februar 1901 – Maria Lichtmess – als sich am Samstagabend 22 Kleinwallstädter im Gasthaus „Zur Krone“ am Römer trafen. Sie hatten sich verabredet, um einen Turnverein zu gründen. Sie wollten einen Verein gründen um nach den Ideen von Turnvater Jahn (1778 – 1852) Sport zu treiben und an Turnwettkämpfen teilzunehmen.
Der 1896 gegründete TV Großwallstadt war das Vorbild, der auch zum Patenverein ernannt wurde. Bei dieser Versammlung wurde mit Peter Seuffert, dem damaligen „Ankerwirt“, der 1. Vorsitzende gewählt.
Als Turnplatz durfte man ein Gelände nördlich des Parks des Altenheims „Rohe“sche Stiftung“ nutzen (siehe Titelbild). Hier wurden Freiübungen gemacht und auch an selbstgebauten Geräten geturnt. Ebenso Weit- und Hochsprung, sowie Wettlaufen und Kugelstoßen wurden auf den angrenzenden Mainwiesen eifrig trainiert
Im Laufe der ersten 5 Jahre konnte man auch Kinder für den Sport begeistern, sodass die Mitgliederzahl bereits auf 70 Personen angestiegen war.
Da man auch im Winterhalbjahr Sport treiben wollte, konnte man den Wirt des Gasthauses „Zum Löwen“ (heute Ädemis Pub) dazu gewinnen, das „Löwensälchen“ im Bereich des Biergartens, östlich des Gasthauses, zur Verfügung zu stellen. Hier konnten nun „im Trockenen“ Geräte aufgebaut und eifrig geübt werden.
Mit viel Trainingsfleiß schaffte man die Voraussetzung, auch bei auswärtigen Turnfesten Erfolge erzielen zu können. Deshalb entschloss sich die Vorstandschaft 1910 eine Vereinsfahne anzuschaffen und einen Trommlercorps zu gründen, um sich bei den Festen angemessen präsentieren zu können.
Kriegsjahre ab 1914
Der Aufschwung fand mit dem Beginn des 1. Weltkrieges ein abruptes Ende. Viele der jungen Sportler, die in den Krieg zogen, kehrten nicht mehr in die Heimat zurück. Zum Andenken an die Gefallenen wurde eine Gedenktafel geschaffen, die noch heute im Vereinszimmer der Turnhalle hängt. Diese wurde später noch mit den Gefallenen des 2. Weltkriegs ergänzt.
Nach Beendigung des Krieges 1918 nahmen die Heimkehrer, zusammen mit den Älteren und den ganz Jungen, das gewohnte Vereinsleben wieder auf. Das Geräteturnen wurde in allen Altersstufen verstärkt betrieben. Bei der Leichtathletik wurden Diskus- und Speerwerfen, sowie Mittelstreckenläufe in das Übungsprogramm mit aufgenommen.
1920 Gauturnfest
1919 bewarb sich der TV-Kleinwallstadt, um die Durchführung des Gauturnfestes 1920. Tatsächlich erhielt Kleinwallstadt den Zuschlag, das erste Gauturnfest nach dem Krieg auszurichten. Das war ein besonderer Vertrauensbeweis der Gauvereine, aber auch keine leichte Aufgabe für den Verein und seine Mitglieder.
Der Festplatz wurde unterhalb des Altenheims der Rohe’schen Stiftung, angrenzend an den schon vorhandenen Übungsplatz, angelegt. Die Wettkämpfe wurden im Bereich des heutigen Kraftwerks ausgetragen.
Das erfolgreiche Fest verlieh dem Verein weiteren Auftrieb, so dass die Mitgliederzahl auf fast 200 Personen anwuchs. Jedoch die Inflation im Jahr 1923 stoppte zunächst den Zuwachs.
1925 Gründung der Handballabteilung
Im Jahr1925 fanden sich junge Erwachsene zusammen und gründeten eine Handballmannschaft. Die ersten Feldhandballspiele wurden auf dem Holzplatz am Bahnhof (heute Frühlingstraße) ausgetragen.
Bald darauf konnte eine Wiesenfläche zwischen Forstamt und Oberdorfer Pfad (heute „Am roten Kreuz“) gepachtet werden. Dort wurden dann regelmäßig Handballspiele ausgetragen und der Zuspruch bei den Handballern wuchs beständig
1926: 25-jähriges Vereinsjubiläum
Anfang des Jahr 1926 beschloss die Generalversammlung, das „25-jährige Jubiläum“ mit einem großen Fest zu feiern. Festplatz war wieder zwischen Altenheim und Mainufer. In Anlehnung an das Gauturnfest wurden turnerische und leichtathletische Wettkämpfe ausgetragen. Erstmalig konnte auch eine Frauenriege, unter der Leitung von Turnwart Rudolf Kolter, ihr Können zeigen.
Dieses Fest brachte dem Verein wieder einen deutlichen Auftrieb und auch einen finanziellen Erfolg. Ende des Jahres registrierte man über 200 Mitglieder, 13 Ehrenmitglieder und viele Jugendliche.
Sportgelände „Am Hinterfeld“ ab 1929
Im Jahr 1928 bot sich die Gelegenheit vom Grafen von Ingelheim, am südlichen Ortsrand im „Hinterfeld“, eine Ackerfläche von mehr als 12.000 qm zu erwerben. Der Preis von 6.000 Reichsmark war natürlich, damals eine große Belastung, die aber, durch die Gewinne aus den vorangegangenen Festen, schon etwas gemildert werden konnte. In Eigenleistung wurde aus dem Ackerland ein Sportgelände geschaffen. Außer einem Handballspielfeld gab es noch eine 100-m-Bahn und eine umgebende Rundbahn, sowie Sandgruben für Weit- und Hochsprung. Ende Mai 1929 konnte der Sportplatz eingeweiht werden. Dieser wurde für Leichtathletik, Gruppengymnastik und Handballspiele genutzt. Noch im gleichen Jahr wurden überörtliche Leichtathletikmeisterschaften ausgetragen.
1929 Gründung Spielmannszug
1929 beschlossen die Mitglieder, zusammen mit dem Trommlercorps, einen Spielmannszug aufzubauen, um die Turner auf den Festen und Festzügen standesgemäß zu begleiten. Nach 2 Jahren Übungszeit kam der Spielmannszug erstmals zum Einsatz. Die Musiker waren Begleiter der Sportler bei vielen Festen.
Die Jahre 1930 – 1945
Der Sportbetrieb funktionierte anfangs der 1930er Jahre recht gut. Jedoch legte man tatsächlich,
im Rahmen der politischen Gleichschaltung, Mitgliedern nahe, wegen ihrer Gesinnung und politischen Orientierung, aus dem Verein auszutreten. Dies stellte den Vereinsgedanken völlig auf den Kopf. Der Verein verlor dadurch hervorragende Sportler.
Ab Mai 1935 gibt es keine Sitzungs- und Versammlungsprotokolle mehr. Der Verein war „gleichgeschaltet“ und das eigentliche Vereinsleben kam zum Erliegen. Viele der aktiven Sportler mussten ab 1939 in den Krieg ziehen und kamen nicht mehr zurück.
Wiederaufbauzeit ab 1946
Im Februar 1946 kamen im Gasthaus „Zum Löwen“ 22 Alt-Mitglieder zusammen, um den Verein „in seiner früheren Form“ wieder aufleben zu lassen. Alte Geräte wurden wieder zusammengesucht und instandgesetzt. Leopold Ostheimer, ein alter Turner, erklärte sich bereit, wieder Turnstunden abzuhalten. Für die junge Generation übernahm das Alois Wolf und für die Damenabteilung Walter Korb. Die Übungsstunden fanden alle im „Löwensälchen“ statt.
Veranstaltungen ab 1947
Im Laufe des Jahres 1947 wurde das Sportgelände “Am Hinterfeld“ wieder hergerichtet. So war dann auch das Spielfeld für die Handballer wieder nutzbar und die Leichtathleten konnten ihren Sportbetrieb wieder aufnehmen.
Mit Aufführungen und Tanzveranstaltungen im Löwensälchen, Rosenmontagsbällen im „Traubensaal“ und Sportveranstaltungen am Hinterfeld wurde nach und nach das Geld zusammengetragen, um die Restschulden aus dem Erwerb des Geländes „Hinterfeld“ zu begleichen.
1947 Gründung des Sängerchors
Bei den geselligen Treffen nach dem Turnen im Gasthaus „Zum Löwen“ wurde immer kräftig gesungen. So entstand die Idee, einen Sängerchor innerhalb des Turnvereins zu gründen. Die ersten Sänger waren Heinz Rohs, Erich Kolter, Werner Kolter und Alois Wolf.
Als dann 1947 Johann Leeb aus der Gefangenschaft zurückkehrte, fand sich mit ihm auch ein idealer Chorleiter. Schnell vergrößerte sich das ursprüngliche Quartett und wurde unter dem Namen „Das Leeb’sche Doppelquartett“ bekannt. Aus dieser Gruppe, die sich weiter vergrößerte, entstanden 1958 auch die „Kleinwallstadter Bajazzos“, die bis zum Jahr 1962 zum festen Bestandteil der Fasenacht am Main wurden. Als der Chor 1987 auf über 20 Sänger angewachsen war, übernahm Heinz Mechler die Chorleitung des „Sängerchors des TV Kleinwallstadt“. Dieser bestand bis 2001, bis intern der Zusammenschluss mit dem „Männerchor Kleinwallstadt“ beschlossen wurde.
1950 Turnhallenbau
Da mit der Zeit das „Löwensälchen“ für die vielen Sportler zu klein wurde, reifte der Gedanke, eine zeitgemäße Turnhalle zu errichten. Mit dem Sportgelände Hinterfeld hatte man bereits einen geeigneten Standort. Schon 1949 wurde, der in Kleinwallstadt geborene, Architekt Karlheinz Kussmaul, mit dem Planung beauftragt. Sofort nach Erhalt der Genehmigung, wurde unter der Regie von Walter Korb mit den Arbeiten begonnen.
Die Mitglieder erbrachten mehr als 50 % aller Arbeiten in Eigenleistung.
Die feierliche Grundsteinlegung erfolgte im Oktober 1950 und am 30. Dezember 1950 war das Dach bereits gedeckt.
Danach begannen die Arbeiten für das Hausmeisterhaus. Die Halle selbst wurde schon während der Ausbauphase immer wieder genutzt. Die Fertigstellung erfolgte auch wieder mit erheblichen Eigenleistungen. So konnte schließlich im Juni 1952 die Einweihung des Gesamtprojektes gefeiert werden.
1951 Das 50-Jahre-Jubiläum
Noch vor Fertigstellung der Halle wurde am Mainufer, zwischen Haugegasse und Untere Gasse in einem großen Festzelt das 50. Jubiläumsjahr gebührend gefeiert. Der dabei erwirtschaftete Gewinn war für die Finanzierung des Hallenbaus sehr willkommen.
Die 1950er Jahre
Insgesamt hatte der Verein mit der eigenen Turnhalle einen großen Zugewinn. Die Möglichkeiten im eigenen Haus gaben den Abteilungen Turnen, Handball und Leichtathletik einen guten Aufschwung. Der Turnverein, unter dem Vorsitz von Albin Weigand, nahm mit jeweils ansehnlichen Gruppen am Bayerischen Landesturnfest 1952 in Augsburg und 1953 beim Deutschen Turnfest in Hamburg teil. Die Beteiligung an den Gauturnfesten mit Turnern, Leichtathleten und dem Spielmannszug war obligatorisch.
Herausragend waren die Leistungen von Dieter Englert beim Deutschen Turnfest in München 1958. Hier belegte er im Deutschen Zehnkampf den 2. Platz.
Innerhalb der Turnabteilung bildete sich eine Wandergruppe unter der Leitung von Robert Rittger. Diese hatte Bestand bis etwa 2008.
1961 Das 60-Jahre Jubiläum
Auch zum 60-jährigen Bestehen des Vereins wurde, unter dem Vorsitz von Alois Wolf, ein 3-tägiges Fest gefeiert, das auf dem vereinseigenen Gelände stattfand. Turnerische Wettkämpfe bereicherten das Festprogramm.
Dies konnte man als Generalprobe für das Gauturnfest 1962 betrachten, für das Kleinwallstadt den Zuschlag erhielt.
1962 Gauturnfest
Die Presse berichtete vom größten Gauturnfest in der Geschichte des Turngaus Main-Spessart. Es wurden 2431 Wettkämpfer, 200 Helfer und über 10.000 Zuschauer an den drei Festtagen gezählt. Sämtliche Wettkämpfe wurden am Hinterfeld ausgetragen, wo auch noch das Festzelt errichtet war. Ein besonderes Highlight war der Sieg von Dieter Englert im Deutschen Zehnkampf.
Die 1960er Jahre
1965 gründete sich unter der Regie von Walter Korb eine Frauengymnastikgruppe. Ab 1988 übernahm Brigitte Ostheimer diese Gruppe, die unter ihrer Leitung bis heute Bestand hat (38 Jahre!).
Im gleichen Jahr bildet sich auch die Gruppe „Jedermänner“ unter der Leitung von Konrad Bachmann. In dieser Gruppe wird bis heute Gymnastik betrieben und anschließend Volleyball gespielt. In gemütlicher Runde klingt der sportliche Abend aus.
Im Jahr 1966 übernahm Ewald Rachor den Vorsitz in der Vorstandschaft.
Die Turnergruppen wurden geleitet von Oberturnwart Helmut Kirchgäßner. Hier wurden bei Gauturnfesten und Bayerischen Meisterschaften herausragende Erfolge erzielt durch Steffi Kuhn bei den Mädchen und Karl-Friedrich Rohe bei den Jungen.
1967 gründete sich die Gruppe „Oldtimer“ mit Konrad Bachmann, Franz Eich, Dieter Englert und Helmut Kirchgäßner (später mit Karl-Friedrich Rohe). Bei vielen Vereinsfesten und Faschingsfeiern waren sie eine große Nummer.
Der Aufschwung der Handballabteilung war seit den späten 1950iger Jahren Otto Friedrich zu verdanken. Er war als Spieler, Trainer und Abteilungsleiter unermüdlich dabei neue Talente anzuwerben und für den Handballsport zu begeistern. Den Jugendmannschaften diente er als Fahrer und überörtlich agierte er auch noch als Schiedsrichter.
1969 übernahm Volker Korb die Abteilungsleitung. Er sorgte mit der Organisation von Ausflügen nach Momart, Hundsmühlen oder Prag für den Zusammenhalt der Handballer auch außerhalb der sportlichen Betätigung. Als Trainer vieler Mannschaften hat sich insbesondere auch Theo Rittger verdient gemacht.
1970 Erweiterung der Turnhalle
Die Turnhalle war in die Jahre gekommen und die Spielfläche sehr beengt. Deshalb entschloss sich die Vorstandschaft, nach den Plänen von Architekt Karl Zernetsch, einen Anbau zu verwirklichen, in dem die Geräteräume und Toiletten untergebracht werden konnten. Dadurch konnte die Hallenfläche deutlich vergrößert werden. Außerdem wurde ein Vereinszimmer im Anbau integriert. Die Einweihung der Erweiterung konnte man 1971 feiern und somit gut mit dem 70. Geburtstagsfest des Vereins zusammenlegen.
1971 Gründung der Schwimmabteilung
Die Marktgemeinde Kleinwallstadt erbaute Ende der 1960iger Jahre im Bereich der JAR-Schule ein Hallenbad. Das brachte schwimmbegeisterte Turnvereinsmitglieder auf die Idee, eine Schwimmabteilung zu gründen. Karl Zernetsch wurde zum Abteilungsleiter gewählt und unter seiner Leitung entstand eine ansehnliche Gruppe, die schon bald Erfolge auf Kreis- und Bezirksebene erzielen konnte.
Trainiert und betreut wurden die Schwimmer von Agnes und Egon Maurer. Im Jahr 2002 gründete die Abteilung eine Startgemeinschaft mit der Schwimmabteilung des TV-Elsenfeld. Zusammen sind die Schwimmer der SG bis heute recht erfolgreich.
Die 70er Jahre
Die Handballer begannen schon Ende der 60er Jahre, unter der Leitung von Volker Korb, im Sommer Zeltlager durchzuführen, die insbesondere bei den Kindern und Jugendlichen viel Anklang fanden. Noch heute ist das Zeltlager am Anfang der Ferienzeit fester Bestandteil des Vereinslebens. Jahrzehntelang war Doris Lehmann die Chefköchin für bis zu 150 Teilnehmer aller Altersklassen.
1976 – 75 jähriges Jubiläumfest
Gefeiert wurde mit einem großen Festzelt am Main, unterhalb der Fährstraße, unter der Vorstandschaft von Hagen Terboven. Dabei wurden viele Mitglieder für ihre hervorragenden Leistungen vom BLSV durch MdL Ludwig Ritter geehrt. Festpräsident war Toni Degen, der selbst, bis 1932, aktiver Turner war. Die „Oldtimer-Turner“ wurden von der Presse als „Stars des Festabends“ bezeichnet.
1982 Fahnenweihe
Nachdem die Vereinsfahne von 1910 bei den vielen Feierlichkeiten schon sehr in die Jahre gekommen war, beschloss der Vereinsausschuss, mit Vorstand Herbert Gutwerk, eine neue Fahne anzuschaffen. Diese wurde
1982 auf dem Gelände der Josef-Anton-Rohe-Schule von Pfarrer Scheckenbach feierlich geweiht.
Die 1980er Jahre
Auch die 1980er Jahre waren geprägt von zahlreichen Veranstaltungen wie z.B. der Handballnacht, die jährlich im Januar unter verschiedenen Mottos stattfand. Dafür wurde die Halle aufwändig und dem Thema entsprechend dekoriert. Diese Veranstaltung war bis in die 2000er Jahre ein Highlight bei Jung und Alt.
Ab 1980 fand jährlich über das „Christi Himmelfahrt“ -Wochenende die legendäre Handballortsmeisterschaft auf dem Tartanplatz an der JAR-Schule statt. Die teilnehmenden Vereine starteten am Alten Rathaus und zogen mit Musik in einem Festzug zum Festzelt, das im Anschlussbereich zum Spielfeld aufgestellt war. Bis zu 12 Ortsvereine beteiligten sich an dem Turnier, bei dem der jeweilige „Handball-Ortsmeister“ ermittelt wurde. Jeden Abend wurde im Zelt kräftig gefeiert.
1984 Turnhallenanbau
Die Ansprüche der Hallennutzer wuchsen und so war der Geräteraum der Turnhalle zu klein und es fehlten Dusch- und Umkleideräume. Nach eingehenden Beratungen fertigte Handballabteilungsleiter und Architekt Heiner Trenner 1984 die notwendigen Pläne. Die Umsetzung der Arbeiten wurde durch Eigenleistungen der Mitglieder bewältigt und im Oktober konnte die Erweiterung der Turnhalle vollendet werden.
Einen herausragenden Erfolg konnten im gleichen Jahr die Leichtathleten vermelden:
Im hessischen Mühlheim am Main wurde Christiane Scharf, trainiert von Bernd Neumann,
Deutsche Meisterin im Vierkampf der A-Schülerinnen. Später als Mitglied des USC Mainz, errang Christiane im Mehrkampf noch herausragende Erfolge auf deutscher und europäischer Ebene.
Die zweite Damen-Gymnastik-Gruppe, die bis 1988 von Irene Kuhn geleitet wurde, übernahm nun Lydia Neill. Später wandelte sich diese in eine Partner-Gruppe, die bis heute noch immer von Lydia geleitet wird (40 Jahre!)
1990 Einweihung der Wallstadthalle
Als einen Meilenstein in der Entwicklung des Handball-Sportbetriebs kann man die Einweihung der Wallstadthalle Ende Mai 1990 ansehen. Bis dahin mussten alle Heimspiele der Mannschaften, von „Minis bis „Alte Herren“, auswärts ausgetragen werden. Jetzt endlich gab es in der Wallstadthalle echte Heimspiele. Bei der Einweihungsfeier fand auch die erste große Begegnung mit unserer französischen Partnergemeinde St.-Pierre-sur-Dives statt. So wurde auch das 1. Derby mit den Handballern von USP St. Pierre ausgetragen. Beim bunten Abend im
Ortsmeisterschaftsfestzelt wurde die Freundschaft so vertieft, dass sie tatsächlich bis heute anhält.
1995 Gründung der Badmintonabteilung
Im Kreis der älteren „Alten Herren“ der Handballabteilung kam der Wunsch auf, Badminton zu spielen. Nach einigen Versuchen schaffte es Jürgen Hahn, eine Abteilung zu gründen. Diese hat mit schwankenden Zahlen zwischen 6 und 18 Mitgliedern, bis heute Bestand.
1997 konnten die Leichtathleten noch einmal ein herausragendes Ergebnis vermelden: Iris Hahn wurde Bayerische Jugendmeisterin im Weitsprung. Trainiert wurde sie auch von Bernd Neumann.
1998 Gründung der Herzsportabteilung
Ernst Kuhn hatte die Idee, dass dem Turnverein auch eine Abteilung zur Förderung der Gesundheit guttun würde. Nach eingehender Vorbereitung gründete er im April 1998 die Herzsportabteilung. Schon bei der 1. Übungseinheit zeigten 22 Teilnehmer großes Interesse an der sportlichen Betätigung unter ärztlicher Begleitung. Inzwischen gibt es drei Übungsgruppen in unterschiedlichen Leistungsklassen, jeweils mit Übungsleiterin und einem betreuenden Arzt oder Ärztin. Auch die Geselligkeit kommt bei den Herzsportlern nicht zu kurz. So gibt es regelmäßig Sommerfest, kleine Wanderungen und auch eine jährliche Weihnachtsfeier.
2001 – „100 Jahre Jubiläum“
Mit einem großen Ehrenabend in der TV-Halle wurde am 03. Februar 2001 der 100. Geburtstag gefeiert. Neben den beiden Pfarrern und dem Bürgermeister mit Marktrat, konnte der
1. Vorsitzende Peter Bergold, zahlreiche Ehrengäste aus dem bayerischen Landtag, dem Landratsamt, dem Turngau, sowie Ehrenbürger und Ehrenmitglieder des Vereins begrüßen. Ein Highlight des Abends war ein Vortrag des mehrfachen Schwimm-Olympiasiegers und Weltmeisters Roland Matthes aus Marktheidenfeld.
Im September sollte, im Rahmen der Kerb, der 2. Teil des Jubiläumsfestes stattfinden. Die Tage im Herbst waren jedoch überschattet von den Ereignissen des 11. September in New York. In dieser Situation war keinem zum Feiern zu Mute und die groß geplanten Feierlichkeiten mussten leider ausfallen.
2003 Umbau der Vorstandschaft
Eine schwierige Situation ergab sich 2003, als sich aus dem Kreis der 4 gleichberechtigten Vorstände um Peter Bergold, der 25 Jahre der Vorstandschaft angehörte, niemand bereit erklärte, weiterhin ein Vorstandsamt zu übernehmen. So mussten Abteilungsleiter die Ämter der Vereinsführung übernehmen. Von der Herzsportabteilung was das der ehemalige Bürgermeister Emil Schmitt (bis 2008) und aus der Handballabteilung Heiner Trenner (bis 2023). Der Verein hatte zu dieser Zeit 915 Mitglieder, aufgeteilt auf 7 Abteilungen. Ziel war es, die Abteilungen selbstständig agieren zu lassen, jedoch den Austausch untereinander zu verstärken.
2006 Jubiläumsfeier: 105 Jahre
Im Februar 2006 fand in der Turnhalle ein Ehrennachmittag statt. Dabei wurden sieben Ehrenmitglieder ernannt: Doris Lehmann, Lydia Neill, Klaus Amrhein, Peter Bergold, Herbert Gutwerk, Walter Nebel und Linus Vogel. Weitere Ehrungen wurden vorgenommen für 50-, 60- und 75-jährige Mitgliedschaft. Umrahmt wurde die Veranstaltung durch Cellomusik unseres
Mitgliedes Kathrin Penz, die bis heute in der Badmintonabteilung aktiv tätig ist.
Im Oktober veranstaltete die Handballabteilung einen Weinabend. Dabei wurden weitere Mitglieder für über 25-jährige Mitgliedschaft geehrt. Mit dem Jugend-Verbandsabzeichen des BLSV wurden ausgezeichnet Klaus Köhler (in Silber mit Gold) und Alfred Rittger (in Gold mit Kranz). Dieter Roos erhielt für seine langjährige Schiedsrichtertätigkeit die Vereinsehrennadel in Gold.
2008 Südwestdeutsche Meisterschaft
Beim Endrundenturnier in Wörth am Rhein, konnte unsere männliche C-Jugend mit den Trainern Bernd Beetz und Thomas Ott die ersten vier Spiele gewinnen. Das letzte Spiel wurde zum Endspiel. Mit der mächtigen Anfeuerung von zahlreichen begeisterten Anhängen konnte die Mannschaft der „HSG Rhein-Nahe Bingen“ mit 22:18 bezwungen werden.
Diese herausragende Leistung sprach sich auch in Kleinwallstadt schnell herum und so wurde die Südwestdeutschen Meister bei der Ankunft am St.Pierre-Platz gebührend empfangen.
2008 Kerbfeier am Kirchplatz und im Jugendheim
Im September wurde in Kleinwallstadt wieder Kerb gefeiert. Am Samstag übernahm der Musikverein die Organisation. Für Sonntag und Montag war der Turnverein für die Veranstaltung und Standbesetzung zuständig.
2010 Herrichtung des Rasenplatzes
2010 wurde über die Nutzung des Rasenplatzes auf dem TV-Gelände mit dem Fußballclub ein Pachtvertrag abgeschlossen, der beinhaltet, dass der Platz vom FC hergerichtet und gepflegt wird. Dafür wird er dem FC zur Nutzung überlassen, jedoch sind in Absprache auch Veranstaltungen des TV möglich.
Die Schwimmer hatten in dieser Zeit einen großen Zuspruch bei den Jugendlichen unter den Abteilungsleitern und Trainern Peter Bethke (Kleinwallstadt) und Stefan Popp (Elsenfeld), konnten bis auf Bayerischer Ebene gute Erfolge erzielt werden.
2011: 110 Jahre Jubiläum
Zum Ehrenabend im Februar konnte der 1. Vorsitzende Heiner Trenner ca. 200 Gäste begrüßen. Die Ehrung der Mitglieder wurde umrahmt vom Männerchor 2000, von den Turn-Oldtimern und einem Rückblick in Bildern auf 110 Jahre Vereinsleben.
Ganz im Zeichen des Jubiläums wurde unter der Regie des Turnvereins im Herbst am Kirchplatz und im Pfarrheim 3 Tage lang Kerb gefeiert, mit zünftigem Kerbauftakt am Samstag, Festgottesdienst zum 110-jährigen Jubiläum und Festbetrieb am Sonntag, sowie Frühschoppen und Kerbbeerdigung am Montag.
2015 – Erneuerung der Hallenheizung
Nachdem die alte Flüssiggas-Heizung defekt war, entschloss sich die Vorstandschaft die komplette Anlage auszutauschen und auf Erdgas umzustellen. Dank der erheblichen Eigenleistungen der Handballer und Jedermänner konnten die Kosten gut verkraftet werden, zumal sich deutliche Einsparungen bei den Heizkosten einstellten.
2016 – Aufstieg der Handballer in die Landesliga
Nach vielen Jahren in der Bezirksoberliga schaffte die 1. Handballmannschaft tatsächlich die Meisterschaft und den Aufstieg in die Landesliga. Dies wurde spontan am 1. Mai auf dem Rathausplatz kräftig gefeiert.
2016 – 115-Jahre-Jubiläumsfeier
Zur Jubiläumsfeier im Juni in der TV-Halle standen viele Ehrungen und Meisterschaftsfeiern an. Geehrt wurden durch den 1. Vorsitzenden Heiner Trenner Personen, die ausnahmslos den Turnverein geprägt haben:
Für 85 Jahre Mitgliedschaft: Robert Rittger (Fuchse Robert)
Für 70 Jahre Mitgliedschaft: Franz Eich, Dieter Englert, Otto Friedrich, Heinz Rohs, Paula Bachmann und Konrad Bachmann. Außerdem viele Mitglieder seit mehr als 50 und 25 Jahren.
Die Handballabteilungsleiterin Heike Vogt und der Jugendleiter Michael Chaloupka konnten 2 weibliche Jugendmannschaften der JSG und die männliche B-Jugendmannschaft der JSG, sowie die Damen der FSG und die Herrenmannschaft des TV-Kleinwallstadt auszeichnen. Die Herrenmannschaft musste leider gleich im darauffolgenden Jahr wieder absteigen und spielt seitdem wieder in der Bezirksoberliga.
2020 – 2021: Die Corona Jahre
Durch die Corona-Pandemie war der komplette Vereinsbetrieb sehr stark eingeschränkt. Selbst die Jahreshauptversammlung musste ausfallen, ebenso wie die 120 Jahr-Feier. Die Mitgliederzahl sank von 830 Mitgliedern auf nur noch 752 Mitglieder. Erst im Oktober 2021 konnte wieder eine Jahreshauptversammlung durchgeführt werden, bei der die Vereinsvorsitzenden Heiner Trenner, Harald Dölger und Anna Karpstein noch einmal bestätigt wurden.
2022 Sanierung des Bereichs „Vereinsraum“ an der Turnhalle
Bei der Jahreshauptversammlung im Juli 2022 wurde von Heiner Trenner das Konzept für den Umbau und die Sanierung des Vereinsbereichs vorgestellt:
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Zusammenfassung des Gastraums und des Vereinszimmers zu einem großen Vereinsraum für bis zu 48 Personen
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Energetische Sanierung dieses Bauabschnitts
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Herstellung eines barrierefreien Zugangs für Vereinsraum und Sporthalle.
Das Konzept wurde einstimmig befürwortet. Im November wurde mit den Abbrucharbeiten begonnen.
Mit erheblichen Eigenleistungen von Handballern und Jedermännern konnte der Raum im März 2024 fertiggestellt werden.
Eine großzügige Spende eines Kleinwallstadter Bürgers und ehemaligen Mitglieds der Jedermänner hat uns dabei sehr geholfen. Die traditionelle Weihnachtsfeier der Jedermänner konnte in den neuen Räumen mit Vorträgen, Flötenmusik und gutem Essen gefeiert werden.
2023 Jahreshauptversammlung
Nach 21 Jahren im Amt trat der 1. Vorsitzende, wie angekündigt, nicht mehr zur Neuwahl an.
Sein Nachfolger wurde Michael Chaloupka.
2025 Jahreshauptversammlung
Gewählt wurde das Vorstandsteam mit Michael Chaloupka, Soja Schröder und Harald Dölger.
Als Abteilungsleiter wurden bestätigt:
Badminton: Marco Weiner
Handball: Michael Ostheimer, übergibt an Max Rühl
Herzsport: Inge Schmidt
Schwimmen: Gerhard Jakob
Turnen: Alex Hock
Alle Abteilungen sind gut aufgestellt. Weiteres ist in den Berichten über die einzelnen Abteilungen nachzulesen.
2026 Jubiläumsfeier „125 Jahre TV Kleinwallstadt“
Nun ist es so weit. Am Freitag, dem 12. Juni 2026 wird auf dem TV-Gelände im Festzelt neben der Turnhalle das 125-jährige Jubiläum gefeiert.
Zum Ehrenabend am Freitag freuen wir uns auf viele Ehrengäste und auf die musikalische Umrahmung durch den Musikverein.
Am Samstag sind wir gespannt auf viele aktive Mannschaften zum 4. Bembel-Cup-Turnier und abends auf den Auftritt von Double-You-C.
Am Sonntag findet nach dem Frühschoppen ein Jugendturnier für E- und D-Jugendmannschaften statt.
An allen Tag ist Festbetrieb.
Was 1901 mit wenigen Idealisten begann, hat sich über die Jahre zum festen Bestandteil des sportlichen und gesellschaftlichen Lebens in Kleinwallstadt entwickelt. Der Turnverein 1901 e.V. ist ein Verein für gegenseitige Begegnungen, für die sportliche Ausbildung junger Menschen, zur Erhaltung der Gesundheit und des gemeinsamen Miteinanders aller Mitglieder.
Mit Dankbarkeit können wir auf die 125 Jahre zurückblicken.
Optimistisch blicken wir in die Zukunft und hoffen, dass unser Verein seine Aufgaben für die Gemeinschaft und Lebensqualität in Kleinwallstadt auch zukünftig erfüllen kann.
Heiner Trenner
Die Chronik wurde erstellt von Heiner Trenner anhand folgender Grundlagen:
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Protokollbücher und Jahresberichte des TV-Kleinwallstadt
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Fotochronik von 1901 bis 1999 von August Reichert
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Erinnerungen von Walter Korb von 1901 bis 2006
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50 Jahre TV-Sängerchor von 1947 – 1997 von Heinz Rohs
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Eigene Aufzeichnungen

